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„Wir wollen mit dem Trainer weiterarbeiten“
NÜRNBERGER ZEITUNG online vom 06.02.2012
Enrico Vogel, Abteilungsleiter der VfL-Volleyballerinnen, vertraut Michael Hänsel
NÜRNBERG - Beim VfL Nürnberg herrscht Katerstimmung: 16 Niederlagen und nur einen einzigen Sieg haben die Volleyballerinnen als Tabellenletzte derzeit auf dem Konto – bei noch sieben Spieltagen scheint der Abstieg aus der zweiten Bundesliga Süd für die Mannschaft von Trainer Michael Hänsel unausweichlich. Der Absturz des VfL ist umso größer, als am Ende der vergangenen Saison ein starker sechster Platz zu Buche gestanden war. Die NZ sprach mit Abteilungsleiter Enrico Vogel (34) über mögliche Erklärungen, die „Schuldfrage“ und Zukunftsplanungen.
NZ: Herr Vogel, wie ist Ihre Stimmung nach dem trostlosen Heimwochenende, das wohl den Abstieg besiegelt hat?
Enrico Vogel: Zumindest nicht positiv, das ist klar.
NZ: Wie erklären Sie sich diese Niederlagenserie Ihrer Mannschaft?
Vogel:
Das kann ja fast nur mentale Gründe haben. Es waren immer ganz knappe
Spiele. Vielleicht wäre die ganze Saison anders gelaufen, wenn wir das
erste Spiel gegen einen Aufstiegsaspiranten gewonnen hätten anstatt
knapp zu verlieren. Personelle Gründe können es jedenfalls nicht sein,
denn obwohl wir die eine oder andere Schlüsselspielerin verloren haben,
konnten wir adäquaten Ersatz finden. Umso erstaunlicher ist es, dass wir
es nicht schaffen, Punkte zu machen.
NZ: Wer ist Ihrer Meinung nach schuld
an der Misere? Ist es die Mannschaft, der die Siegertypen fehlen, oder
liegt es doch an Trainer Michael Hänsel?
Vogel:
Die Schuldfrage ist schwierig zu beantworten. Sicherlich sollte durch
den neuen Trainer ein neues Konzept implementiert werden – das braucht
halt Zeit. Wir haben natürlich gehofft, dass das relativ schnell
vonstatten geht, aber wie man sieht, sind die Erfolge leider nicht so
schnell gekommen, wie wir uns das erhofft haben. Das sind viele Punkte,
die da zusammenlaufen. Ich würde niemandem explizit die Schuld in die
Schuhe schieben wollen.
NZ: Arbeiten Sie mit Michael Hänsel weiter, wenn er selbst will?
Vogel:
Ja. Das wurde auch schon grob angesprochen. Wobei er da natürlich seine
Frau (Spielerin Sabrina Hänsel, d.Red.) fragen und mit ins Boot holen
muss. Mit den Spielerinnen haben wir noch nicht gesprochen, ob sie für
die dritte Liga bereit wären – natürlich mit der Zielsetzung sofortiger
Wiederaufstieg.
NZ: Planen Sie die nächste Saison sowohl für die Zweite als auch für die dritte Liga?
Vogel:
Wir planen zweigleisig. Das heißt, wir werden auf jeden Fall auch für
die zweite Bundesliga melden, falls eine andere Mannschaft ihren Platz
nicht wahrnehmen sollte. Das ist nie ganz ausgeschlossen. Das hat man ja
vor zwei Jahren gesehen, wo wir auch sportlich abgestiegen waren und
über den Grünen Tisch wieder reingerutscht sind in die zweite Liga. Ich
sehe auch das Potenzial in unserer Mannschaft, um da locker
mitzuspielen. Dazu müssen wir natürlich am Ende dieser Saison Vorletzter
werden. Aber der direkte Kampf gegen Villingen steht ja noch aus.
Abschließende Gespräche mit Trainer und Mannschaft finden diese Woche
statt.
Melanie Scheuering
Originalartikel mit Bildern im Onlineangebot der NZ
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