VfL trotz Widrigkeiten weiter an der Spitze

Foto: Martin Kohnen

Es war ein Wochenende der Extreme. Tolle und packende Spiele, klasse Stimmung auf den Rängen, teilweise unglaubliche Ballwechsel dies- und jenseits des Netzes, Verletzung, Ausfälle, eigenwillige Schiedsrichterentscheidungen, Niederlage und Sieg: der Show-Down in der Bayernliga der Frauen, drei Spitzenteams kämpfen um die beste Ausgangsposition im Saisonfinale – und mittendrin der VfL.

Am Samstag musste der VfL als Spitzenreiter beim TV/DJK Hammelburg antreten. Trotzdem Nürnberg das Hinspiel überraschend gewinnen konnte, sah Trainer Hartinger die Saalestädter leicht im Vorteil und sollte Recht behalten. Das Otter-Team legte los wie die Feuerwehr und setzte den VfL mit variablem Angriffsspiel stark unter Druck. Erst bessere Aufschläge brachten Nürnberg ins Spiel. Beim Stand von 17:18 verletzte sich dann Kapitän Silja Hintz am Sprunggelenk und so musste nach dem langfristigen Ausfall von Julia Bersch die ebenfalls stark angeschlagene Henni Tischer aufs Feld, die in der Folge  eine starke Partie ablieferte. Geschockt durch die Verletzung gab der VfL den Satz an starke Gastgeber ab (20:25). Den zweiten Durchgang dominierten die Gäste von Beginn an mit starken Aufschlägen und daraus resultierend verbessertem Blockspiel. Bis zum 24:18 lief alles rund, dann gewann Hammelburg fünf Ballwechsel in Folge und Trainer Hartinger musste in dieser Phase kurz hintereinander seine beiden Auszeiten nehmen. Den folgenden langen Ballwechsel erarbeitete sich sein Team anschließend regelrecht und entschied den Durchgang für sich (25:23). Im Folgesatz drehten sich die Verhältnisse wieder etwas. Hammelburg punktete ein ums andere Mal mit mutigen Angriffen und nutzte dabei die Lücken im Nürnberger Block (25:20). Im vierten Satz spielte der VfL dann „das perfekte Spiel“: starke Aufschläge, unwiderstehliches schnelle Spiel über die Mitte, egal ob aus der Annahme oder Abwehr heraus und starkes Defensivverhalten in Block und Feldabwehr ließen den Gegner schnell resignieren (25:11). Trainer Otter reagierte und nahm gegen Ende seine Leistungsträger aus der Mannschaft, um sie für den Entscheidungssatz zu schonen. Der Tie-Break bot dann Frauen-Volleyball vom Feinsten. Unglaubliche Ballwechsel, Emotionen pur und ein Schiedsrichter, der meinte, das Jubeln mit einer gelben Karte bestrafen zu müssen. Mit einer 8:5-Führung für den VfL wechselten die Teams die Seiten. 12:13-Rückstand, 14:13-Führung, Dankeball, ein starker Angriff über die Mitte, eine tolle Abwehraktion der Gastgeber, ein Missverständnis in der Nürnberger Abwehr… Weitere packende Aktionen ehe Hammelburg der entscheidende Punkt zum 14:16 gelang. „Natürlich war die Enttäuschung am Ende groß, ich denke beide Mannschaften hätten es verdient gehabt, das Spiel zu gewinnen. Respekt vor meinem Team, das die Ausfälle großartig weggesteckt hat und den Gastgebern einen großen Fight geliefert  hat. Aber natürlich auch Gratulation an Hammelburg zur großartigen Leistung!“ resümierte VfL-Coach Hartinger die zweite Saisonniederlage. Alle Anwesenden inklusive der zahlreichen Zuschauer waren sich einig, dass an diesem Abend Regionalligaluft durch die Bayernhalle wehte…

Mit der Enttäuschung und der Verletzung von Silja Hintz im Gepäck musste der VfL gute 12 Stunden nach der Rückkehr gegen den punktgleichen Verfolger aus Feucht zum Derby in der Ballspielhalle antreten. Eine Kulisse, die auch jeder Zweitligabegegnung würdig gewesen wäre, erwartete die Protagonisten. Wie schon im Hinspiel erwischte der VfL den besseren Start: beim Stand von 0:3 kam Henni Tischer an den Aufschlag und verließ die Position erst wieder beim Zwischenstand von 12:3, womit der Satz fast schon entschieden war (25:16). Feucht konterte im zweiten Durchgang ebenfalls mit guten Aufschlägen und mehr Konstanz im Angriff (18:25). Im dritten Satz entwickelte sich ein offenes Match in dem beide Teams mit den eigenen Stärken punkten konnten. Der VfL bekam den Außenangriff der Gäste immer besser in den Griff und hatte gegen Satzende das ein oder andere Mal das „Glück des Tüchtigen“ auf seiner Seite (25:20). Mit der Satzführung im Rücken und teilweise sehr konsequentem Spiel zwangen die Nürnbergerinnen ihre Gegner Stück für Stück in die Knie. Beim 24:17 mussten jedoch noch weitere vier Ballwechsel gespielt werden ehe der vielumjubelte Matchball auf der Feuchter Seite zu Boden fiel (25:20).

„Dass wir nach den Ausfällen und dem sehr unglücklichen Spielausgang am Vortag in Hammelburg heute so zurückkommen konnte ich nicht unbedingt erwarten! Umso mehr freut es mich, dass sich die Mädels gegen einen starken TSV so prompt für ihre beiden Auftritte belohnt haben!“  zollt Coach Markus Hartinger seinem Team Respekt. Im Hinspiel hatte sich Feucht den verdienten Sieg erfightet, heute war der VfL um einen Tick besser und konnte die Punkte in Altenfurt behalten.

Der Dreikampf an der Tabellenspitze geht nach den Ergebnissen des Wochenendes nun munter weiter. Die Niederlage von Hammelburg in Regenstauf am Sonntag wurde Mitte der Woche wegen eines Regelverstoßes des Schiedsgerichts annulliert und muss wiederholt werden. Somit bleiben die Saalestädter nach Minuspunkten gleichauf mit dem VfL, zwei Punkte dahinter der TSV Feucht.

Bilder vom Spiel in der Galerie

 

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